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RhB: Drittlängster Tunnel wird saniert

05/27/2008

Der Tasnatunnel der Rhätischen Bahn (RhB) zwischen Ardez und Scuol wird in den nächsten zwei Jahren saniert. Geländeverschiebungen verursachten massive Schäden im Bereich der Portalzone Seite Ardez. Die Umbauten und Instandsetzungsarbeiten werden etappiert vorgenommen. Die Gesamtkosten werden mit rund 17 Millionen Franken veranschlagt. Am 27. Mai erfolgte der offîzielle Baubeginn.

Der 2'351 Meter lange Tasnatunnel ist hinter dem Vereinatunnel (19'042 m) und dem Albulatunnel (5'864 m) der drittlängste Tunnel auf dem Netz der Rhätischen Bahn. Zugleich bereitet der Tasnatunnel auf Grund seiner Lage in einer Sackungsmasse seit Beginn (1913) Sorgen; die Geländeverschiebungen verursachen jährliche Deformationen von bis zu 14 Millimeter. Daraus entstanden massive sicherheitsrelevante Schäden mit Wassereintritten, starken Schäden am Mauerwerk und Profilverletzungen. Die Bausubstanz im Bereich der Portalzone Seite Ardez ist auf einer Länge von 330 Meter derart geschwächt, dass nur ein Umbau mit Profilerweiterung und komplettem Ersatz der Tragungskonstruktion den Bahnbetrieb langfristig sicherstellt.

Komplexe Sanierungsarbeiten…
Das bestehende Tunnelgewölbe wird auf dieser schadhaften Strecke abgebrochen. Der Tunnelquerschnitt wird vergrössert und durch ein neues Betongewölbe mit einem Sohlgewölbe ersetzt. Das Gewölbe ist so ausgebildet, dass es in den Zonen mit Verschiebungen die seitlichen Relativdeformationen aufnehmen kann. Bei seitlichen Hangbewegungen erfolgt der Ausbau mit kurzen, in Längsrichtung aneinander gestellten Ringsegmenten. Die Blockfugen werden gegen Wasserzutritte abgedichtet und können Deformationen in Längs- sowie Querrichtung aufnehmen. Das Tunnelprofil besteht aus der Ausbruchsicherung, der Drainageschicht und einem tragenden Innengewölbe mit einem Sohlgewölbe. Das Konzept der Gewölbedrainage besteht darin, dass das Wasser durch vorgegebene Hohlräume geführt und gezielt abgeleitet wird.

…etappiertes Baukonzept
Der anspruchsvolle Umbau des Gewölbes erfolgt während den nächtlichen Betriebspausen in den Sommermonaten 2008 und 2009 zwischen 21 und 7 Uhr. Für die ausfallenden Spät- bzw. Frühzüge ist seit dem 31. März 2008 ein Bahnersatzdienst zwischen Ardez und Scuol-T. eingerichtet.

Für die Gewölbesohlensanierung ist eine Totalsperre von sechs Wochen im Frühjahr 2010 vorgesehen. Auch hier wird für die Reisenden ein Ersatzdienst zwischen Ardez und Scuol-T. auf der Strasse angeboten. Auch für den Güterverkehr wird die RhB einen Ersatzbetrieb organisieren. Diese gewählte etappierte Baumethode bringt Kosteneinsparungen von rund einer Million Franken. Zudem nutzt die RhB diesen Betriebsunterbruch für den Umbau der Bahnhofanlage in Scuol-T.

Wichtige Linie der RhB
Mit der Inbetriebnahme der Vereinalinie Ende 1999 hat die Unterengadiner Linie der Rhätischen Bahn eine markante Aufwertung erhalten. Mit bedeutenden Investitionen untermauert die RhB, auch in Zukunft auf dieser Linie einen leistungsfähigen und sicheren Bahnbetrieb zu gewährleisten. Alleine die Gesamtkosten der Sanierung des Tasnatunnel belaufen sich auf 17 Millionen Franken. Zudem wurde kürzlich der Val Ota-Tunnel bei Susch für über zwei Millionen Franken saniert. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2007 verkehren die Züge auf der Strecke Prättigau//Vereina/Engadin wieder mit einem attraktiven Jahresfahrplan, ohne Zwischensaison-Einschränkungen.

Information über Baumassnahmen vor Ort
Ende August 2007 wurden die Vertreter der betroffenen Gemeinden von Ardez bis Samnaun sowie die Vertreter von Pro Engadina Bassa und Scuol Tourismus durch die Rhätische Bahn über das Bauvorhaben im Detail informiert. Das Bad Scuol plant zudem die Grossrevision ihrer Anlagen auf die Totalsperrung im 2010 zu legen. Damit können Synergien zwischen Bad und Bauarbeiten optimal genutzt werden. Die Rhätische Bahn ist mit den lokalen Behörden laufend in Verbindung und betreibt eine aktive und aktuelle Informationspolitik.

Kennzahlen zum Umbau der Portalzone Ardez des Tasnatunnels
Inbetriebnahme Tasnatunnel1913
Länge Tunnel2’351 m
Länge Umbauzone 330 m
Bauzeit2.5 Jahre
Abbruch9’500 m3
Beton 7'500 m3
Stahleinbau/Bewehrung 625 to
Projektverfasser IG Grisch, Edy Toscano AG / Pöyry Infra AG
Bauunternehmung ARGE Tasnatunnel, A. Pitsch AG / G. Lazzarini & Co. AG