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Fideris – Küblis: Neue Linienführung für Bahn und Strasse

Anlässlich einer Informationsveranstaltung für die Bevölkerung informierten die Rhätische Bahn und das Tiefbauamt Graubünden am Dienstagabend, 23. Juni 2026, in der Mehrzweckhalle Fideris über das Gemeinschaftsprojekt «Fideris-Küblis, neue Linienführung». Bis 2037 werden die Verkehrswege zwischen Jenaz und Dalvazza neu erstellt. Die Gesamtprojektkosten belaufen sich auf 467,5 Millionen Schweizer Franken. Mit der neuen Linienführung werden die Verkehrswege verkürzt, der Erschliessungsverkehr wird vom Durchgangsverkehr vollständig getrennt und die Sicherheit erhöht.

Illustration neue Äulibrücke in Fideris, Capricorn-Triebzug

Das Projekt «Fideris – Küblis, neue Linienführung» ist ein Gemeinschaftsprojekt mit den Partnern Bundesamt für Strassen (ASTRA), Rhätische Bahn AG (RhB) und dem Tiefbauamt Graubünden (TBA). Die RhB ist dabei federführend. Die N28 im Prättigau ist, mit Ausnahme des Abschnittes zwischen Fideris und Küblis, als Nationalstrasse 2. Klasse unter konsequenter Verkehrstrennung von Transit- und lokalem Verkehr ausgebaut. Im noch nicht ausgebauten Abschnitt (Fideris – Küblis) liegen die bestehende Strasse und die Linie der RhB nebeneinander in einem engen Talabschnitt. Die heutige Trassierung von Strasse und Bahn beinhaltet für beide Verkehrsträger Einschränkungen:

  • Für die Nationalstrasse bedeuten die engen Radien und die schmale Fahrspur eine Geschwindigkeitsreduktion und Leistungseinbussen.

  • Der Kanton Graubünden verfügt über keine kantonale Verbindungsstrasse.

  • Die RhB kann aufgrund enger Radien in diesem Abschnitt nur mit 45 km/h verkehren.

Zudem sind beide Verkehrsträger im Bereich der Fliessgewässer hochwasser- bzw. murganggefährdet.

Neuer Fiderisertunnel

Hauptbestandteil des Projekts ist der Bau des Fiderisertunnels der RhB. Auch werden insgesamt sieben Brücken für Strasse und Bahn ersetzt oder neu gebaut (siehe Medienmitteilung vom 31. Oktober 2023). Zudem wird eine denkmalpflegerisch geschützte Brücke saniert. Die Linienführung der Bahn wird auf der Westseite (Seite Fideris) der künftigen Strassenführung angepasst und mündet im heutigen Bahnhofsbereich in den neuen 1'377 Meter langen Fiderisertunnel. Dieser Einspurtunnel wird mit modernster Sicherheitsausrüstung ausgestattet und erhält zudem zwei Flucht- und Rettungsstollen. Das Ostportal (Seite Küblis) wird ca. 12 Meter über den künftigen Strassen liegen. Der Tunnel führt künftig direkt auf die neue Äulibrücke. Nach der neuen Landquartbrücke endet das Projekt bei der Doppelspurstrecke vor Küblis. Die neuen Brücken erfüllen die Anforderungen an die Hochwassersicherheit. Die Haltestelle Bahnhof Fideris wird aufgrund der Bauarbeiten per 2030 aufgehoben. Heute halten an dieser Station in Randstunden noch einzelne Züge. Das geschützte Bahnhofsgebäude wird verschoben und bleibt erhalten.

Die neue Linienführung

Durch die Aufhebung des RhB-Trassees in der Talsohle wird der notwendige Raum für die getrennte und sichere Führung der neuen National- und Lokalstrasse geschaffen. Die Trassierung der N28 wird begradigt und lässt durchgehend Geschwindigkeiten von 80 km/h zu. Die neue Bahninfrastruktur wird auf eine maximale Geschwindigkeit von 120 km/h erstellt. Nebst der wesentlichen Erhöhung der Sicherheit resultiert damit für den Bahnverkehr ein Zeitgewinn von über zwei Minuten. Zudem kann künftig bei Unterhaltsarbeiten oder im Ereignisfall auf der Nationalstrasse neu auf die Lokalstrasse ausgewichen werden.

Dauer und Kosten des Projektes

Die Gesamtprojektkosten betragen rund 467,5 Millionen Schweizer Franken, davon 169 Millionen für die Strasseninfrastruktur und 298,5 Millionen für die Bahninfrastruktur.

Folgende Meilensteine sind gemäss aktueller Planung vorgesehen:

  • 2028: Vorarbeiten, Spatenstich und Anschlagfeier Fiderisertunnel

  • 2029-32: Hauptvortrieb Fiderisertunnel

  • 2032: Durchschlag Fiderisertunnel

  • 2032-33: Innenausbau Fiderisertunnel

  • 2034: Ausrüstung Bahntechnik Fiderisertunnel

  • 2034: Eröffnungsfeier und Inbetriebnahme Fiderisertunnel

  • 2035-37: Neubau Nationalstrasse N28 und Lokalstrasse

  • 2037: Einweihung N28 und Lokalstrasse