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Blick zurück

Stadtbummel und Gebirgsabenteuer in einem: 105 Jahre Chur–Arosa

Gerade mal zwei Jahre dauerte der Bau der Strecke von der Kantonshauptstadt in den beliebten Kurort.

Erika Suter, Redaktorin, 12. December 2019

Es war ein historischer Moment, als heute vor 105 Jahren, am 12. Dezember 1914, der erste Zug aus Chur in Arosa eintraf. Die Bevölkerung stand Spalier, um die festlich geschmückte Bahn auf 1 793 Metern über Meer zu begrüssen. Die Freude war gross, denn endlich gab es eine Möglichkeit, die 26 Kilometer lange Strecke von der Kantonshauptstadt in die Berge auch auf den Schienen zurückzulegen. Arosa entwickelte sich Ende des 19. Jahrhunderts zu einem beliebten Kurort und es zeigte sich bald, dass die 1890 fertiggestellte Schanfiggerstrasse zwischen Chur und Arosa dem zunehmenden Verkehr nicht gewachsen sein würde. Von diversen Seiten wurden Vorschläge für den Bau einer Bahnlinie eingereicht, 1911 konnte man sich schliesslich auf die Gründung der Chur-Arosa-Bahn einigen.

Über erste Hindernisse zum Erfolg

Die Bauarbeiten zur Arosa-Bahn begannen im Sommer 1912 unter der Leitung von Gustav Bener. Trotz diverser Schwierigkeiten wie eingebrochenen Stützmauern, verschütteten Gleisen, verformter Kalotten, eingestürzter Gewölbe und der Generalmobilmachung zu Beginn des Ersten Weltkrieges, die viele Bauarbeiter und Ingenieure zum Militärdienst beorderte, konnte die Linie am 12. Dezember 1914 nach nur zwei Jahren Bauzeit eröffnet werden. Die Chur-Arosa-Bahn war jahrelang finanziell erfolgreich und wurde erst 1942 infolge der Krisenjahre und des zunehmenden Autoverkehrs in die RhB eingegliedert. Seit 77 Jahren klettert die Arosa-Bahn nun also im Dienste der RhB ganze tausend Meter in die Höhe – und benötigt dazu nur gerade eine Stunde. Diese Leistung ist fast so eindrucksvoll wie die Strecke, die sie dabei zurücklegt. 

Genussreise entlang eindrücklicher Bauten – damals und heute

Was als gemächlicher Stadtbummel auf Schienen in Chur beginnt, verwandelt sich bald schon in eine Gebirgsfahrt mit spektakulären Aussichten. Ganze 19 Tunnels und 52 Brücken finden sich auf der Strecke zwischen Chur und Arosa. Trotz des schwierigen Terrains stellte man hohe Ansprüche an die Gestaltung der Hoch- und Kunstbauten. Berühmt ist insbesondere der Langwieserviadukt, mit einer Hauptbogenspannweite von 100 Metern und einer Länge von 284 Metern die grösste Brücke auf dem RhB-Netz. Entworfen wurde das eindrückliche Gerüst vom Bündner Richard Coray. Hoch über der Plessur schwebend geniessen Reisende dank der Bahnpioniere von damals den Ausblick auf die zahlreichen Kunstbauten und unberührten Gebirgslandschaften des Schanfigg – und das seit 105 Jahren.

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