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Hinter den Kulissen

Ein Tag mit Mario Beck, Teamleiter Aussendienste Energie / Fahrleitung

Über das Thema Energie und Fahrleitung hatte ich mir bisher noch keine grossen Gedanken gemacht. Bei meinem Besuch von Mario Beck habe ich jedoch viel Spannendes und vor allem Neues erfahren und gelernt.

Nina Taddei, Praktikantin Unternehmenskommunikation, 14. July 2020

Zwischen der Nationalstrasse A28 und der Landquart ist der neue Infrastrukturstützpunkt (ISP) entstanden – das «Tor zu Graubünden». Jedes Mal, wenn ich mit dem Zug vorbeigefahren bin, lenkte sich mein Blick auf den ISP, doch heute nähere ich mich zum ersten Mal über die Fussgängerbrücke dem imposanten Gebäude.

Mehrere Gleise führen in die Einstellhalle, wo die Dienstfahrzeuge der Fahrleitung, des Kabeldienstes und des Bahndienstes Landquart untergebracht werden. Durch eines der Materiallager des Dienstbereichs Energie und Fahrleitung gelangen wir zu den Gemeinschaftsbüros der einzelnen Fachbereiche, wo wir bereits andere Teammitglieder antreffen. Überall werde ich als Schnupperkandidatin für den Job als Monteurin vorgestellt, was mir aber keiner so richtig abnimmt. Das liegt wohl am sehr geringen Frauenanteil in dieser Branche.

Das Gebäude mit seinen langen Gängen ist für mich noch ein einziger Irrgarten. Da ich ohne entsprechenden Badge aber sowieso nirgends rein- oder rauskomme, halte ich mich immer dicht an Mario. Ein Stockwerk höher liegen die grossflächigen Büroräumlichkeiten, denn der Bau wird gleichzeitig als Büro- und Industriegebäude genutzt. Unterschiedlich farbige Schränke je Dienstbereich trennen das Grossraumbüro etwas ab. Durch die Pflanzen wird eine wohnlichere Atmosphäre geschaffen. Die beinahe raumhohen Fenster, welche sich bei Sonneneinstrahlung automatisch verdunkeln, geben von Marios Arbeitsplatz den Blick ins Prättigau frei. Auch die Sitzungszimmer sind hoch modern ausgestattet. Mit einem eingebauten Touchscreen kann so gut wie alles darin gesteuert werden. An diversen Ecken des Gebäudes werden noch Bauarbeiten ausgeführt und auch die Büroplätze wirken teilweise derzeit etwas unbewohnt. Nach der Coronazeit wird hier aber Hochbetrieb herrschen.

Hier lässt es sich arbeiten.

Ölhavarien und Wochenplanung

Unser erster Termin an diesem Tag besteht aus einer Sitzung zum Thema Ölhavarien, gemeinsam mit Mitarbeitenden aus den Bereichen Infrastruktur, Rollmaterial und Sicherheit. Selbstverständlich handelt es sich um eine Microsoft Teams-Besprechung. Dabei werden Vorfälle diskutiert, der Informationsaustausch zwischen den Geschäftsbereichen analysiert und schlussendlich Massnahmen zur Verringerung von Öl-Unfällen und zu einem besseren Umgang damit definiert.

Nach einer kurzen Pause geht es bereits mit der nächsten, wöchentlich anfallenden Sitzung weiter. Das Thema ist die gesamthafte Planung der unterschiedlichen Fahrleitungsbaustellen und Projekte auf dem Streckennetz der RhB. Dazu gehört die Einsatzplanung der Mitarbeitenden und Maschinen und es werden eventuelle Verschiebungen oder Verlängerungen von Projekten besprochen. Dafür, zur Abwechslung physisch, anwesend, sind die Bauführer und von Zeit zu Zeit auch die Projektleiter. Die detaillierte Planung wird für die kommende Woche finalisiert und die darauffolgende Woche provisorisch erstellt, damit sich die Mitarbeitenden auf Nacht- oder Tagschichten einstellen können.

Eine generelle Schwierigkeit bei der Arbeit von Mario ist, dass sich seine regulären Arbeitszeiten nicht mit den Nachtschichten der Mitarbeitenden im Aussendienst überschneiden. Deshalb nimmt sich Mario pro Woche einen Tag, an dem er abends teilweise bis Mitternacht arbeitet, um auf den Baustellen präsent zu sein und für Fragen zur Verfügung zu stehen. Dadurch bleibt eine gute Verbindung zu seinen Mitarbeitenden erhalten und es kann ein regelmässiger persönlicher Austausch stattfinden. 

Nachdem die Wochenplanung abgeschlossen ist, knurrt schon langsam der Magen. Um zu unserem Mittagessen zu kommen, schnappen wir uns kurzerhand Velos vom ISP und fahren gemächlich Richtung Bahnhof Landquart. Die Dachterrasse des ISP bietet eine schöne Rundumsicht und ein hervorragend geeigneter Platz für Kaffeepausen und Mittagessen.

Ein Ausfährtchen der Rheinschlucht entlang

Das klingt nach Freizeit, ist in unserem Fall aber natürlich mit Arbeit verbunden. Denn am Nachmittag steht das Bearbeiten von zwei internen Meldungen auf dem Plan. Dazu schnappen wir uns Helm und Warnweste und steuern das erste gemeldete Ereignis am Bahnhof Castrisch an.

Sogar für mich als Laie wird beim Blick hoch zur Fahrleitung das Problem sofort klar. Ein sogenannter Seilhänger, welcher das Tragseil mit dem Fahrdraht verbindet, wurde getrennt und hat sich um das Tragseil gewickelt. Da es sich dabei nicht gerade um ein akutes Problem handelt, wird dieser Hänger bei der nächsten jährlichen Kontrolle wieder an der Fahrleitung angebracht. Falls der Seilhänger oben am Tragseil gerissen wäre und dadurch an der Fahrleitung nach unten hängen würde, dann würde es sich um ein dringliches Problem handeln, da sich der Pantograph eines Fahrzeugs darin verheddern könnte. Nachdem ein Foto vom Ereignis geschossen wurde, laufen wir noch den gesamten Bahnhof ab. Mario macht einige geübte Kontrollblicke und erklärt mir diverse Sachen zum generellen Fahrleitungsaufbau, Schaltposten, Erdung, Fundamente, usw. 

Nach dem Bahnhof Castrisch führt uns die Fahrt durch die wunderschöne Rheinschlucht nach Felsberg. Von dort ging eine Meldung ein, dass ein Schutzmantel im Kasten zwischen den Gleisen fehle. Dieses Problem ist schnell behoben. Hier lasse ich mir die Möglichkeit nicht entgehen, ein professionell ausschauendes Foto von mir in Schutzmantel, Handschuhen und Helm schiessen zu lassen. Ich tue so, als ob ich gerade dabei wäre, mit der Erdungsstange die Fahrleitung zu erden.

Nach unserem kurzen Aussendienst treffen wir gerade rechtzeitig wieder in Landquart ein, um das letzte Meeting des Tages wahrzunehmen – die Begutachtung von Flachwagen. Damit geht für mich ein interessanter Besuch in einem anderen Geschäftsbereich zu Ende.

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