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Zweite Hinterrheinbrücke Reichenau

Neubau von 2017 bis 2018

Seit über 100 Jahren führen die Albula- und die Surselvalinie über die Hinterrheinbrücke bei Reichenau-Tamins. Mit ihrer einspurigen Trassierung vermag die bestehende Brücke die betrieblichen Anforderungen aufgrund des stetigen Angebotsausbaus nicht mehr zu erfüllen. Die Rhätische Bahn baut deshalb parallel zur bestehenden Brücke einen zweite Hinterrheinbrücke sowie ein zusätzliches, 600 m langes Bahntrassee von der Ausfahrt Reichenau-Tamins bis ins Gebiet Reichenau-Farsch. Dadurch können die zwei Linien getrennt und die Fahrplanstabilität erhöht werden.

Die neue, 200 m lange Stahlbrücke mit V-Stielen und einem Trogquerschnitt bildet das Kernstück des Projekts. Sie trägt den Namen «Sora Giuvna», Rätoromanisch für «kleine Schwester», und ist das Siegerprojekt aus einem internationalen Projektwettbewerb. Die neue Brücke wird den Hinterrhein und die Nationalstrasse A13 überspannen.

Im Hintergrund die bestehende Brücke, im Vordergrund als Visualisierung die neue Hinterrheinbrücke.

Neben der neuen Brücke beinhaltet das Projekt auch den Bau eines zusätzlichen, 600 m langen Bahntrassees von der Ausfahrt Reichenau-Tamins bis ins Gebiet Reichenau-Farsch. Dadurch können die Albula- und Surselvalinie getrennt und die Fahrplanstabilität erhöht werden. Der neue Doppelspurabschnitt erfordert unter anderem fünf neue Weichen sowie den Ausbau der Sicherungsanlage und weiterer bahntechnischer Anlagen.

Der spektakulärste Teil der Bauarbeiten erfolgt voraussichtlich im Mai 2018. Dann wird der neue stählerne Überbau der Flussbrücke mit einem grossen Raupenkran in mehreren Teilen eingehoben. Die Inbetriebnahme der neuen Brücke ist für Anfang November 2018 geplant.

Ab November 2019 werden beide Hinterrheinbrücken in Betrieb sein.

Bestehende Brücke wird instand gesetzt
Nach Inbetriebnahme der neuen Brücke erfolgt der Bahnbetrieb während eines Jahres über das neue Trassee. Dadurch kann das bestehende Trassee für die Instandsetzung der alten Hinterrheinbrücke und den Ersatz der Brücke über die Nationalstrasse A13 ausser Betrieb genommen werden. Die bestehende, denkmalgeschützte Fachwerkbrücke aus dem Jahr 1895 wird instand gesetzt und weiter für den Bahnbetrieb genutzt. Mit dem Umbau wird sie mit einem Fussgängersteg auf der Brückenunterseite ausgerüstet, der eine Verlängerung des Ruinaultaweges nach Reichenau-Tamins bzw. in Richtung Rothenbrunnen ermöglicht. Die Betonbrücke über die A13 wird aus geometrischen Gründen abgebrochen und ersetzt, wodurch sie die künftig geforderte Aufweitung des Durchfahrprofils auf der Nationalstrasse A13 erfüllt. Nach der Fertigstellung aller Anlageteile kann die neue Doppelspur im November 2019 in Betrieb genommen werden.

Kosten
Die Kosten der gesamten Anlage belaufen sich auf rund 32,5 Millionen Franken. Im Gegensatz zu anderen Brückenbauwerken ist der Umfang der bahntechnischen Anlagen, insbesondere der Sicherungsanlage, sehr hoch und erreicht fast die Hälfte der Gesamtkosten. Grund dafür ist die Aufrechterhaltung des Bahnbetriebs während allen Bauphasen. Die reinen Baukosten für die beiden Stahlbrücken, die Tiefbauten und den Hangabtrag Schanzas betragen rund 13,5 Millionen Franken.