Hinter den Kulissen

Wir machen das Unmögliche möglich

Meine Arbeit als Betriebsüberwacherin umfasst diverse Aufgaben. Am 22. Januar 2018 wurde ich aber besonders gefordert. Was an diesem Tag passierte, erzähle ich euch in diesem Artikel.

Seraina Nadig, Betriebsüberwacherin, 14. Februar 2020

Starker Schneefall beschäftigte uns schon den ganzen Tag und im Laufe des Tages wurden diverse Strecken aus Sicherheitsgründen gesperrt. Wir versuchten mit allen Kräften, dass wir die Strecken Chur – St. Moritz und Chur – Landquart – Davos noch betreiben können, nicht zuletzt, weil an diesem Tag auch das WEF in Davos in vollem Gange war. 

Als mein Telefon klingelt...

Um ca. 18.30 Uhr erhielt ich eine sehr spezielle telefonische Anfrage. Ein Gast, welcher heute Abend noch nach Davos ans WEF reisen möchte, kann aufgrund des schlechten Wetters seine Reise nicht wie geplant mit dem Helikopter durchführen. 

Der eigentliche Wunsch des Gastes über den Hotelier war: Die Buchung eines Extrazuges der Rhätischen Bahn direkt vom Flughafen Zürich nach Davos. Nun ja – eine schwierige Angelegenheit. Nicht nur, weil es aufgrund der Spurbreite der Gleise nicht geht, es sprechen auch diverse andere Gründe dagegen. Somit muss mindestens einmal umgestiegen werden. Im Anschluss habe ich mich bei meinen Kollegen der SBB informiert, ob dies für sie überhaupt möglich sei. Ach ja, ich vergass zu erwähnen, dass der Gast um ca. 19.00 Uhr bereits in Zürich sein wird. 

Verständlicherweise konnte durch die SBB in dieser enorm kurzen Zeit kein Extrazug organisiert werden. Also haben wir den Hotelier angerufen und ihm das Problem geschildert. Wir haben ihm mitgeteilt, dass wir unser Bestes geben und ab Landquart einen Extrazug bereitstellen, aber bis hierher müsste er mit einem Auto fahren. Nach der Rücksprache mit dem Gast bekomme ich die Meldung, dass diese Lösung in Ordnung ist. Er wird mit einer privaten Limousine nach Landquart reisen und um ca. 21.00 Uhr ankommen. 

Nun gut, es geht an die Arbeit…

Zusammen mit der Wagen-, Lok- und Personaldisposition suchen wir ein geeignetes Fahrzeug, einen Wagen und vor allem einen Lokführer sowie eine Zugbegleiterin. Wir haben Glück, da wegen der Streckenunterbrüche auf dem RhB-Netz nicht alle Leistungen erbracht werden können. Demnach befand sich in Landquart noch ein Lokführer, welcher aktuell für Reserveleistungen eingeteilt worden ist. Er hätte zwar um 22.00 Uhr Feierabend, aber für so einen Spezialauftrag, arbeitet man gerne noch etwas länger. 

Somit organisieren wir noch eine Lok und einen Salonwagen, damit der Gast auf der Fahrt mit der RhB gemütlich und sicher reisen kann. In der Zwischenzeit ist der Wunsch aufgekommen, das Gepäck des Gastes aus der Limousine in den Zug zu transportieren. Auch dafür habe ich schnell ein «Opfer» gefunden. Mein Chef befindet sich auch noch im Büro, also schicke ich ihn nach unten, um den Gast und seine Begleiter in Empfang zu nehmen. 

Um 21.05 Uhr ist es dann soweit: Der Zug steht bereit, die Gleisänderungen für die restlichen Züge sind gemacht und der Konvoi kommt in Landquart an. 

Alles klappt wie geplant, noch ein Foto für die Erinnerung und dann startet der Zug – ohne Halt bis Davos.

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