Hinter den Kulissen

Weihnachten auf Alp Grüm dank Wassertransport gerettet

Am Sonntag, 22. Dezember 2019, ruft mich Primo Semadeni, Pächter des Restaurants Alp Grüm, an und meldet einen Wasserstands-Alarm. Von der Quelle fliesst kein Wasser zum Reservoir. Und ohne Wasser im Reservoir kein Wasser im Restaurant.

Beat Hug, Bauleiter Tiefbau, 24. Januar 2020

Schlechte Aussichten kurz vor den Festtagen. Denn das Albergo Ristorante Alp Grüm, das nur mit der RhB oder zu Fuss erreichbar ist, ist bei Gästen aus der ganzen Welt wegen der atemberaubenden Aussicht und dem tollen Service sehr beliebt. Kaum vorstellbar, wenn gerade über Weihnachten und Neujahr kein Wasser vorhanden wäre.

Um die Situation zu entschärfen, habe ich am 23. Dezember 2019 durch den Güterverkehr eine Wasserzisterne von Thusis nach Samedan überführen lassen. Diese wurde in der Betriebswerkstatt Samedan gereinigt und mit Trinkwasser befüllt. Damit das Weihnachtsgeschäft gesichert werden konnte, wurde die Zisterne am 24. Dezember 2019 zum Reservoir der Alp Grüm transportiert und dieses dort befüllt.

Doch damit war das eigentliche Problem noch nicht gelöst. Am 27. Dezember 2019 haben der Wirt Primo Semadeni, meine Frau und ich, ausgerüstet mit Sondierstangen und Schneeschaufeln, die Wasserfassung im Schnee unterhalb des Sassal Massone im Schnee gesucht und tatsächlich nach kurzer Zeit gefunden. So konnten wir die Ursache des Unterbruches feststellen. Grund war die durch den Schneedruck verschobene Wasserfassung, welche undicht wurde. Da wir bereits vor Ort waren, wollten wir gleichentags noch ein Reparaturprovisorium anbringen. Der aufkommende starke Wind machte dieses Vorhaben aber an diesem Tag und auch die nächsten Tage unmöglich.

So habe ich das nächste «Wetterfenster» abgewartet und wollte am 30./31. Dezember 2019 mit dem Bauunternehmer «Plozza» und «Swiss Heli» die Situation entschärfen beziehungsweise retten, was auch kurzfristig gelang. Aber durch den unstabilen Untergrund und den anhaltenden Schneedruck verschob sich der Schacht abermals, was zu einem weiteren Wasserverlust führte. Dies konnte ich bei einer weiteren Begehung am Donnerstag, 9. Januar 2020 feststellen.

Da aufgrund der Schneemenge und der latenten Lawinengefahr eine kurzfristige Sanierung der Wasserfassung unmöglich war, musste eine andere Lösung aufgegleist werden. Der Güterverkehr erarbeitete folglich ein Transportkonzept mit dem Bahndienst: Zwei Mal wöchentlich werden nun rund 25 000 Liter Wasser von Poschiavo auf die Alp Grüm hochgeführt, dies bis der Schaden behoben ist. 

Diese Situation kann bis in den Frühsommer dauern – eben, bis die äusseren Bedingungen die Arbeiten in diesem schwierig zugänglichen Gebiet wieder möglich machen.

Dank allen beteiligten RhB-Mitarbeitern, dem Sanitärinstallateur Marchesi und Baumeister Plozza war Weihnachten auf der Alp Grüm aber gerettet!

Wassertransport durch die RhB

Möchten Sie mehr über die einzigartige Berninalinie und das UNESCO Welterbe RhB erfahren? Hier erhalten Sie alle Informationen dazu. Hier geht es zur Website Albergo Ristorante Alp Grüm. 

2 Kommentare

Thomas Hesse 29.01.2020

Toll, super was alle Beteiligten da unbürokratisch auf die Beine gestellt haben!!

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Juerg Schoene 28.01.2020

Ein GROSSES Dankeschön allen Beteiligten die das ermöglicht haben. Finde ich eine tolle Leistung.

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