Hinter den Kulissen

Was macht ein schwarzes Partyzelt in der Werkstätte in Landquart?

Eine Erklärung, warum in diesen Tagen in Landquart keine Feste gefeiert werden und was es mit dem schwarzen Zelt auf sich hat.

Ivo Hutter, Leiter Rollmaterial, 05. Oktober 2019

Wer sich dieser Tage in den Hallen in Landquart befindet, dem fällt unweigerlich ein schwarzes Partyzelt mitten in der Werkstatt auf. Doch hier werden keine Feste gefeiert, sondern Radsätze beziehungsweise Radscheiben geprüft.

Denn um sicherzustellen, dass die Fahrwerke in einwandfreiem Zustand sind, werden die Radsätze auf Mikrorisse überprüft. Werden solche Mikrorisse gefunden, muss der Radsatz ausgetauscht werden, denn sie könnten sich schleichend vergrössern und schlussendlich zu einem Bruch des Bauteils führen. 

Riss im Teststück

Die Prüfung erfolgt zerstörungsfrei mittels dem sogenannten «Magnetpulverprüfverfahren». Bei diesem Prüfverfahren wird elektromagnetischer Streufluss an feinen Oberflächenrissen und Poren genutzt, um diese sichtbar zu machen. Um auch kleinste Risse zu erkennen, arbeiten wir mit fluoreszierendem Prüfmittel, da das menschliche Auge auf Leuchtdichtekontraste wesentlich empfindlicher als auf Farbkontraste. Dies bedingt eine dunkle Umgebung, weshalb das schwarze Zelt benötigt wird.

Zelt für Abdunkelung

Bisher beschränkte sich die zerstörungsfreie Prüfung auf die Radsatzwellen. Nun haben wir eine spezielle Spule erhalten, mit welcher auch die Radscheiben überprüft werden können. Unsere Spezialisten Roman Weberruss und Roman Arpagaus nehmen diese derzeit in Betrieb und testen sie ausgiebig. 

Roman Weberruss (links) und Roman Arpagaus

Nach einer erfolgreichen Testphase werden wir das Prüfverfahren auch anderen Bahnen als Dienstleistung zur Verfügung stellen können. Damit erhöhen wir die Sicherheit des Bahnfahrens noch weiter! 

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