Region

Von imposanten Schluchten und tiefblauen Bergseen

Ein Wanderbericht von Flims zum Aussichtspunkt «Il Spir» und wieder zurück

Bianca Kohler, Fachspezialistin Online und Mobile, 30. September 2019

Als Glarnerin darf ich mir während der Arbeit bei der RhB immer wieder anhören, wie schön doch die Wanderwege in Graubünden sind. Immer wieder erwähnen meine Arbeitskollegen dabei den bekannten Caumasee. Nachdem mir der Bergsee erneut auf einer Social Media-Plattform angezeigt wurde, schnappte ich mir kurzerhand meine Kollegin und machte mich auf den Weg nach Flims um selber zu beurteilen, was es mit dem Hype auf sich hat.

Früh morgens machten wir uns mit dem Zug auf den Weg nach Chur. Dort angekommen ging es schnurstracks mit dem Postauto weiter Richtung Flims bis zur Station Flims Waldhaus, Camping, wo unsere Wanderung offiziell startet.

Bereits nach einigen Metern hatten wir das erste Mal einen wunderschönen Ausblick auf den berühmten Caumasee. Tiefblau lag er da vor uns, sodass wir am liebsten bereits nach einigen Minuten laufen eine Badepause eingelegt hätten.

Gemütlich ging es aber nach einer kurzen Fotopause weiter auf dem breiten und gut ausgeschilderten Weg. Wir hatten Glück und waren am frühen Morgen fast alleine auf dem Weg Richtung Conn. Bereits nach kurzer Zeit erhaschten wir schon einen ersten Blick auf die imposante Rheinschlucht. Immer wieder luden rote Bänkli zu einer kurzen Rast mit fantastischer Aussicht ein.

Nach etwa einer Stunde erreichten wir bereits die Aussichtsplattform «Il Spir». Diese wurde im September 2006 eingeweiht und bietet einen einmaligen 180-Grad-Blick auf die Ruinaulta, wie sie von Einheimischen genannt wird.

Schon nach dem ersten Blick haben wir verstanden, warum die Rheinschlucht bei Touristen auch oft als Grand Canyon der Schweiz bezeichnet wird. Die tiefe Schlucht mit ihren schroffen Felswänden und dem blauen Wasser des Rheins erinnern in der Tat an ihren grossen Bruder in den USA, kann aber in Sachen Schönheit auf jeden Fall mithalten. Übrigens ist der Weg bis zur Aussichtsplattform «Il Spir» immer breit und gut ausgebaut. Er kann also ohne Probleme auch mit dem Kinderwagen gemeistert werden.

Für etwas Sportlichere gibt es übrigens einen Wanderweg hinunter bis ins Tal. Dieser ist aber steil und sollte nur mit gutem Schuhwerk begangen werden. Wer es aber bis nach Versam schafft, kann sich im Sommer mit einer Zugfahrt der besonderen Art belohnen. Jeden Sonntag fährt nämlich der Erlebniszug Rheinschlucht mit offenen Aussichtswagen zwischen Chur und Ilanz. So wird die Rückfahrt nach Chur zu einem luftigen Erlebnis.

Wir wollten es an diesem Tag aber etwas ruhiger angehen und wählten den Weg weiter Richtung Crestasee. Wieder ging es weiter über Stock und Stein. Nach zirka 40 weiteren Minuten schimmerte das erste Mal das blaue Wasser des Crestasees durch die grünen Blätter. Der Crestasee ist zwar etwas kleiner als der Caumasee, steht seinem Nachbarn aber in Schönheit nichts nach. Im Sommer kann man hier übrigens baden, Stand Up Paddles mieten oder einfach nur gemütlich in der Sonne liegen.

Wir genehmigten uns noch traditionelle Bündner Pizokels im Gasthaus Crestasee, was übrigens sehr zu empfehlen ist. Nach der wohlverdienten Mittagspause ging es für uns wieder zurück nach Flims zum Ausgangspunkt unserer Wanderung, wo wir uns mit dem Postauto auf den Weg zurück Richtung Chur machten.

Für uns ist es auf jeden Fall klar, dass wir im Herbst wiederkommen möchten, wenn die Rheinschlucht im prächtigen orange erstrahlt. Das nächste Mal haben wir uns aber vorgenommen, dass wir in Versam starten – ich halte euch auf dem Laufenden.

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