Hinter den Kulissen

Öffentliches Beschaffungswesen bei der RhB

Das öffentliche Beschaffungswesen in der Schweiz basiert auf einer Vielzahl von rechtlichen Grundlagen und ist kantonal unterschiedlich geregelt. Wie das Beschaffungswesen bei der RhB aussieht, erklären wir in diesem Artikel.

Adrian Capatt, Leiter Materialwirtschaft und Einkauf, 21. Januar 2020

Der Bund möchte mit dieser Regelung eine nachhaltige Beschaffung sicherstellen. Nachhaltig beschaffen bedeutet, die öffentlichen Mittel sowohl wirtschaftlich als auch sozial verantwortungsvoll und ökologisch einzusetzen. 

Die RhB schreibt jährlich mehr als 50 Leistungen im Bereich Bau, Dienstleistung und Lieferung im offenen Verfahren, weitere 250 Leistungen im Einladungsverfahren aus und über 1 000 Leistungen werden freihändig vergeben. Um die richtige Verfahrensarten bestimmen zu können, muss die zu beschaffene Leistung inklusive Beschaffungswert bestimmt werden.

VerfahrensartenLieferungen  DienstleistungenBaunebengewerbeBauhauptgewerbe
Freihändige Vergabe< CHF
100 000
< CHF 150 000< CHF 150 000< CHF 300 000
Einladungsverfahren< CHF
250 000
< CHF 250 000< CHF 250 000< CHF 500 000
offenes / selektives Verfahren> CHF
250 000
> CHF 250 000> CHF 250 000> CHF 500 000

Aktuell sind zehn öffentliche Ausschreibungen auf simap.ch, dem offieziellen Informationssystem für die öffentliche Beschaffung ausgeschrieben, wie zum Beispiel die Mobil- und Festnetztelefonie. 

Was ist bei einer öffentlichen Beschaffung zu beachten?

Ein wesentlicher Faktor für eine erfolgreiche Beschaffung ist eine klare Spezifikation beziehungsweise Beschreibung der ausgeschriebenen Leistung. Diese an sich selbstverständliche Feststellung ist bei komplexen Beschaffungen eine sehr grosse Herausforderung.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind klar definierte Bewertungskriterien wie zum Beispiel die Erfüllung der definierten Muss-Kriterien oder das Vorweisen von Referenzen.

Wie stellt man sicher, dass der Wettbewerb unter den Anbietern trotzdem noch lebt?

Eine öffentliche Beschaffung bildet stets eine Zusammenarbeit von mehreren Fachpersonen. Die einen sind für den technischen Teil und die anderen für den kommerziellen Teil verantwortlich.

Trotz der regulären Vorgabe besteht für die öffentlichen Auftraggeber - wie beispielsweise die RhB - die Möglichkeit, den Wettbewerb unter den Anbietern spielen zu lassen und diesen zur Effizienz- und Wertsteigerung der Beschaffungen einzusetzen. Auch die Anbieter selber können davon profitieren, indem sie stets die Gewissheit haben, den Markt zu kennen.

Der gesamte Prozess einer öffentlichen Beschaffung, von der Initialisierung bis zur Vergabe, dauert im Durchschnitt etwa sechs Monate. 

Idealerweise werden öffentliche Beschaffungen zentralisiert. Zentrale Beschaffungsstellen haben den Vorteil, durch einen hohen Spezialisierungsgrad den Einkauf im Bereich des öffentlichen Beschaffungswesens zu professionalisieren. Dadurch werden Einsparungen in der gesamten Wertschöpfungskette erzielt. 

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