10 Fragen an...

Michael Kistler, Leiter Marketing-Kommunikation & E-Business

Es ist Freitag, der 13. Man spürt schon am Morgen, dass etwas in der Luft liegt. Trotzdem sind wir fast alle in unserem Büro in Chur und wir stellen uns auf einen ganz normalen Arbeitstag in der Marketing-Kommunikation ein. Es kam aber etwas anders…

Tanja Thaler, Fachspezialistin Kommunikation, 27. März 2020

Michael Kistler ist Leiter Marketing-Kommunikation und E-Business, wohnt in Schmerikon SG und sein Arbeitsalltag wurde seit besagtem Freitag wegen dem Coronavirus wie bei ganz vielen anderen komplett auf den Kopf gestellt. Wir fragen bei ihm nach. 

1 Wie hast du den Freitag, 13. März erlebt?

Mein Tag begann wie fast jeder andere auch mit einer Zugfahrt von Schmerikon nach Chur. Doch schon da war es etwas anders… meine «Pendler-Gspändli» waren nicht mehr alle im Zug und auch sonst hatte es deutlich weniger Reisende.

Das erste Meeting um 9.00 Uhr hielten wir bereits über «Microsoft Teams» ab, da der externe Partner nicht mehr reisen durfte. Ansonsten gab es keine Anzeichen für das, was am Abend noch folgen sollte.

Im Laufe des Nachmittags wurden wir informiert, dass der Bundesrat und die SBB als Systemführerin des öffentlichen Verkehrs diverse Massnahmen besprechen, welche auch grossen Einfluss auf die RhB haben werden. Die entsprechende Telefonkonferenz wurde auf 17.00 Uhr angesetzt und auch pünktlich durch Andreas Meyer, den CEO der SBB, eröffnet. Was danach folgte ist allen bekannt.

2 Was hat sich seit diesem Tag in deinem Alltag am meisten verändert?

Die Veränderung folgte am Montag darauf, als wir von der internen Taskforce und meinem Vorgesetzten über die personellen Massnahmen informiert wurden. Ab sofort musste ich als «Heavy-Pendler» von zu Hause aus arbeiten und mich komplett neu organisieren.

3 Wie stellst du sicher, dass sich dein Team trotzdem noch austauschen kann?

Wir haben das grosse Glück, dass die RhB den digitalen Arbeitsplatz mit «Office 365» und dem damit integrierten Programm «Microsoft Teams» im vergangenen Jahr für alle Büroarbeitsplätze einführt hat. Nun kam die Zeit, um es richtig zu nutzen! 

Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter in meinem Team hat nun ein wöchentliches, virtuelles Gespräch mit mir. Zudem führten wir die «digitale Kaffeepause» ein, an welchem jedes Teammitglied freiwillig teilnehmen darf. 

4 Bekommst du von der RhB als Arbeitgeberin genügend Unterstützung?

Die Unterstützung der RhB ist grossartig und ich fühle mich in keiner Weise allein gelassen. In solchen Krisen spürt man die Solidarität im ganzen Unternehmen und das freut mich sehr. 

5 Was vermisst du im Homeoffice am meisten?

Mein Team und den direkten, persönlichen Austausch im Allgemeinen. Dazu selbstverständlich unseren Süssigkeiten-Topf im Büro und das Rosinenbrötchen von der Bäckerei Merz in Chur. 

6 Wie sieht dein Tagesablauf im Homeoffice aus?

Aufgrund der Tatsache, dass sich mein Arbeitsweg von mehr als einer Stunde auf 20 Meter reduziert hat, kann ich etwas länger schlafen. Dennoch stehe ich um 7.00 Uhr auf und ziehe mich an, wie wenn ich nach Chur fahren würde. Es ist für mich sehr wichtig, dass ich den Tagesablauf strukturiere und so beibehalte. Dazu gehört auch ein richtiges Mittagessen und Znüni- und Zvieripausen. 

7 Welche technischen Hilfsmittel unterstützen dich?

Begonnen habe ich nur mit meinem Geschäfts-Laptop ohne zusätzliche Infrastruktur. Dies hat sich dann relativ schnell als suboptimal rausgestellt. Erst nachdem ich mir einen zusätzlichen Bildschirm und eine Tastatur organisiert hatte, konnte ich wieder fast wie im Büro arbeiten. Zusätzlich nutze ich meinen privaten Laptop inkl. Bildschirm als «Microsoft Teams-Kanal» und habe mir einen tollen Kopfhörer gekauft!

8 Sind wir jetzt definitiv in der Digitalisierung angekommen?

Die Krise ist für alle eine Herausforderung und sehr bedrückend. Dennoch gibt es ein paar Punkte, welche sich positiv auf unsere Zukunft auswirken. Die Solidarität habe ich bereits angesprochen. Zusätzlich kann sich die Natur so erholen wie schon Jahrzehnte nicht mehr. Und ja, die Digitalisierung wird regelrecht «geboostet» und wird unsere Arbeitsweise nachhaltig verändern!

9 Gibt es auch private Veränderungen bei dir seit du nicht mehr nach draussen solltest?

Wie bei allen von uns betreffen die Veränderungen nicht nur den Arbeitsalltag. Da mein Bruder wie auch meine Eltern zu Risikogruppe gehören, sehe ich sie fast nur noch per «Skype». Dennoch haben wir auch hier einen Weg gefunden uns täglich auszutauschen. Dasselbe gilt für meine besten Freunde. Es ist in einer solchen Zeit enorm wichtig, dass die sozialen Kontakt aufrecht erhalten werden und man die freie Zeit nutzt sich was Gutes zu tun. So koche ich auch gerne mal ein Filet für mich alleine und trinke dazu ein feines Glas Rotwein. 

10 Wie informierst du dich über die Verbreitung des Coronavirus?

Nach nun 14 Tagen haben wir wohl alle bereits eine «Corona-Info-Überdosis». Dennoch ist es wichtig, sich aktiv darüber zu informieren. Ich persönlich höre im Homeoffice Radio, schaue am Abend die Tagesschau und dank der RhB-Taskforce und den SBB-Telefonkonferenzen erhalte ich auch alle Infos, welche meine Arbeit betreffen. 

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