Hinter den Kulissen

Marktbearbeitung in Corona-Zeiten – ist das möglich?

Während ich in Kontaktdaten wie E-Mail-Adressen anpasse und korrigiere, geht mir immer wieder der Gedanke durch den Kopf, dass ich eigentlich nicht zu Hause sitzen würde, sondern in einem meiner Märkte unterwegs wäre.

Dieter Dubkowitsch, Marktverantwortlicher Deutschland und Österreich, 04. August 2020

Denn meine Aufgabe ist es, die Produkte der Rhätische Bahn in den Märkten Deutschland und Österreich zu verkaufen. Das heisst, ich bin für die Marktbearbeitung dieser Märkte zuständig und normalerweise findet meine Tätigkeit direkt vor Ort statt. Marktbearbeitung heisst nah am Kunden zu sein und mit diesem stetigen Kontakt zu halten. Wir diskutieren zusammen Produkte und leisten Hilfestellung bei Reservierungen. Zusätzlich halte ich an jedem noch so kleinen Ort Schulungen ab und bin an Messen präsent. Unser Marktbearbeitungs-Team bei der Rhätischen Bahn besteht aus mir und meinen vier Kollegen. Zusammen bearbeiten wir die für die RhB wichtigsten rund 20 Märkte auf der ganzen Welt.

De facto macht unser Job den Eindruck nach stetigem «Dolce Vita». Wir sind immer auf Reisen, nächtigen in den schönsten Hotels und sind laufend mit Kunden am Mittag- und Abendessen. Das heisst, wir geniessen das schöne Leben in den angesagtesten Eventlocations und sind den ganzen Tag nur am Plaudern. 

Nun, ehrlich gesagt stimmt das auch – allerdings nur teilweise. Uns ist wichtig, dass wir den Puls unserer Kunden immer spüren und ausfindig machen können, wo deren Wünsche und Probleme liegen. Deshalb halten wir diese Reiseveranstalter oder Medien stets auf dem Laufenden. Am besten geht das direkt vor Ort. Daher verbringen wir etliche Monate im Jahr im Ausland in unseren Märkten. Wenn wir unterwegs sind, beginnen unsere Tage weder um 8.00 Uhr, noch sind sie pünktlich um 16.00 Uhr zu Ende. «Dolce Vita» kann auch ganz schön anstrengend und ermüdend sein. Weil wir die Kommunikation mit anderen Menschen lieben, schätzen wir jedoch alle unseren Job mit all den dazugehörigen Vor- und Nachteilen sehr. 

In der jetzigen Corona-Situation sieht das Ganze etwas anders aus. Die Geschichte mit den Mailadressen habe ich ja bereits erzählt. Denn auch für uns gilt: Homeoffice. Da keine direkten Kundenkontakte möglich sind, beschäftigen wir uns unter anderem mit Excellisten, Worddateien und anderen derartig «geliebten», trotzdem nötigen, Büroarbeiten. 

Trotzdem gibt es auch für mich einen Lichtblick. Damit meine ich nicht die Aufhebung aller getroffenen Corona-Massnahmen, sondern die neu errungene Digitalisierung bei der RhB. Um trotzdem mit unseren ausländischen Kunden in Kontakt zu bleiben, nutze ich die Tools Zoom oder Microsoft Teams. Somit verbringe ich meine Arbeitstage häufig mit langen Telefonaten oder Videokonferenzen und gebe die News auf diesem Weg an unsere Kunden weiter. Weiter verschicke ich auch öfter Newsletter oder ich organisiere Webinare (Online-Seminare für Kunden). Mit diesen Mitteln kann ich die fehlende Präsenz vor Ort in den Märkten zumindest teilweise ausgleichen. Und ich stelle fest, die Kunden schätzen diesen kleinen Teil Normalität enorm.      

Wie Sie zwischen den Zeilen lesen können, ist die spannende Arbeit eines Marktverantwortlichen nicht die dazugehörende Büroarbeit, sondern die direkte Kommunikation und der Kontakt mit den Kunden. 

Der langen Rede kurzer Sinn: Marktbearbeitung in Corona-Zeiten ist gut machbar und zeigt viele neue zukünftig wichtige Wege auf. Trotzdem freuen wir uns alle sehr, wenn die Normalität zurückkehrt und wir den Puls unserer Kunden wieder vor Ort spüren dürfen.

(Nun kehre ich zurück zu meinen Mailadressen, denn diese arbeiten sich nicht von selbst ab.)

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