Region

Kreuzotter-Nachwuchs im Engadin

Erfreuliche Bilder vom Doppelspurabschnitt Bever - Samedan. Die Kreuzottern haben die Bauarbeiten der letzten Jahre gut überstanden. Die Schlangen haben ihren Lebensraum wieder ganz für sich. Und sie haben Nachwuchs.

Domenica Herzog, Unternehmenskommunikation, 26. Oktober 2021

Selbstständige Jungtiere

Die jungen Kreuzottern kommen im Oberengadin meist Ende August oder Anfang September auf die Welt. Genau genommen schlüpfen sie aus einem Ei, das vom Muttertier erst gelegt wird, wenn die junge Kreuzotter darin voll entwickelt ist und das dünne, durchsichtige Ei-Häutchen bei der Ablage oder kurz danach zerreisst. Die etwa 18 cm lange Jungschlange ist von der ersten Sekunde an selbstständig: Sie wehrt sich bei Störungen durch Zischen, Drohen und allenfalls mit einem giftigen Biss.

Die junge Kreuzotter wirkt auf dem Handschuh geradezu winzig klein.

Trotz Bauarbeiten: Die Schlangen wurden geschützt

Während den Bauarbeiten für die Doppelspur konnten die Kreuzottern in ihrem Territorium bleiben. Der Schutz der Schlangen wurde mit einem Zaun gewährleistet. Und dies war sehr erfolgreich, wie der Besuch von Hans Schmocker, von EcCoronella–Naturschutz, zeigte. Die Kreuzottern haben nach der Inbetriebnahme der Doppelspur und dem Abbau des Schutzzauns ihr gesamtes Territorium wieder eingenommen. Und sie haben Nachwuchs bekommen. Ein Zeichen dafür, dass sich die Schlangen gut vom Trubel der letzten Jahre erholt haben.

Die Basis für diese Erfolgsgeschichte legte die RhB gemeinsam mit Hans Schmocker. Im Rahmen des Projekts für den Doppelspurausbau wurde er als Teil der Umweltbegleitung beauftragt, das Monitoring der dort einheimischen Kreuzottern zu übernehmen. Er erarbeitete ein Konzept, wie man die Kreuzottern vor den Bauarbeiten und den damit einhergehenden Lärmemissionen, sowie Unruhen, am besten schützen kann. Nach dem zufriedenstellenden Besuch der Doppelspur endet seine Baubegleitung Ende Jahr und er kann das Monitoring erfolgreich abschliessen.

Der Doppelspurabschnitt bietet den Kreuzottern wieder einen optimalen Lebensraum.

Die Wichtigkeit des Schutzes von Pflanzen und Tieren

Die Erfolgsgeschichte mit den Kreuzottern zeigt, wie wichtig es ist, den Lebensraum der Pflanzen- und Tierwelt verantwortungsvoll zu schützen, gerade bei einschneidenden Aktivitäten wie einer Baustelle. Die Rhätische Bahn durchfährt, wie kaum eine andere Eisenbahn, atemberaubende und wilde Naturlandschaften, deren Erhalt von besonderem Wert ist.

Wenn du mehr über die Umweltbegleitung unserer Baustellen wissen möchtest, dann empfehlen wir dir den Blog-Beitrag 10 Fragen an Dr. Kirsten Edelkraut, Geografin / Projektleiterin Umweltprojekte. Frau Edelkraut gibt am Beispiel der Baustelle Val Varunatunnel I einen Einblick in ihre Arbeit.

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