Hinter den Kulissen

Im InnoTren kommen die Ideen ins Rollen - auch für RhB Club-Mitglieder

Ein kundenzentrierter Ansatz ist wichtig. Dies ist nicht neu und dass Produkte von den Bedürfnissen der Kunden abgeleitet werden sollten, leuchtet jedem ein. Aber wie gehen wir als Produktmanager vor, wenn wir ein Angebot (weiter-)entwickeln möchten?

Tanja Hofstetter, Produktverantwortliche RhB Club, 15. November 2019

Es gibt verschiedenste Modelle, wie Kreativitätsprozesse zur Angebotsentwicklung ablaufen können. Zusammengefasst kann gesagt werden, dass praktisch alle Modelle die vier Phasen «Problem verstehen», «Ideen generieren», «Ideen bewerten» und «Ideen umsetzen» in der einen oder anderen Form beinhalten. Als konkretes Beispiel möchte ich euch nun vom RhB Club-Workshop berichten, den wir vor kurzem zur Ideensammlung und Weiterentwicklung des Clubs durchgeführt haben.

1 Problem verstehen

Die Problemstellung oder anders gesagt, eine der zentralen Fragen, die ich mir als Produktverantwortliche des RhB Clubs stelle, ist: «Wie gelingt es dem RhB Club, seinen Mitgliedern langfristig einen Mehrwert zu bieten?». Natürlich habe ich bereits einige Antworten auf diese Frage gefunden. Oft sind wir Produktmanager selber ebenfalls Konsumenten oder in diesem Fall Club-Mitglied.

Bei einem kundenzentrierten Ansatz sollte das Ziel aber sein, möglichst unterschiedliche Erfahrungen, Meinungen und Perspektiven hinsichtlich einer Problemstellung zusammenzubringen. Und genau daraus ist die Idee entstanden, die Club-Mitglieder persönlich zu einem Workshop einzuladen, um gemeinsam mit ihnen neue Ideen zu generieren, sich auszutauschen und auch andere Sichtweisen kennenzulernen.

2 Ideen generieren

Die Frage, wo der Workshop stattfinden soll, war sofort klar. Ein Brainstorming in einer Runde von Bahnfans kann eigentlich nur im InnoTren, dem rollenden Sitzungszimmer der RhB, stattfinden. Der umgerüstete Panoramawagen des Glacier Express - so heisst es - soll die kreativen Ideen so richtig ins Rollen bringen. Der InnoTren bietet Platz für bis zu 15 Personen. Klar war somit auch, dass nicht alle 870 RhB Club-Mitglieder eingeladen werden konnten. Der Workshop wurde daher auf der Club-Website ausgeschrieben und interessierte Mitglieder konnten sich zur Teilnahme bewerben. Neun Club-Mitglieder wurden schliesslich eingeladen. Hinzu kamen drei Vertreter der RhB, welche den Workshop leiteten und die Gruppenarbeiten betreuten. 

Im ersten Workshop-Teil ging es darum, möglichst viele Ideen zu sammeln. Und zwar ohne bereits zu überlegen, wie plausibel, sinnvoll oder schwierig es ist, diese dann auch umzusetzen. In Kleingruppen wurden die drei Themenbereiche «Club-Angebote», «Insiderwelt» und «RhB Club Allgemein» vertieft. Jede Gruppe beschäftigte sich 15 Minuten mit jedem der drei Themenbereiche und knüpfte jeweils an die Ideen der Vorgruppe an. Die Fahrt von Chur nach Disentis ist mir dabei so kurzweilig vorgekommen wie noch nie! Alle waren mit Begeisterung bei der Sache und ich hatte den Eindruck, wir hätten noch lange weiter «brainstormen» können, hätte da nicht ein wunderbares Mittagessen im Restaurant «La Furca» auf uns gewartet.

3 Ideen bewerten

Frisch gestärkt ging es am Nachmittag in die zweite Workshop-Runde, für welche wir uns wieder in unserem rollenden Sitzungszimmer einfanden.

Auf der Rückfahrt nach Chur galt es, etwas Ordnung in die entstandene Ideenflut zu bringen und die Vorschläge zu priorisieren. Der Reihe nach präsentierten die Gastgeber der einzelnen Themenbereiche die Ergebnisse des Brainstormings vom Morgen. Mit Stimmzetteln vergaben dann alle Workshop-Teilnehmer Punkte an die drei Ideen, welche ihrer Meinung nach weiterverfolgt werden sollten. 

Die Auswertung hat gezeigt, dass insbesondere der Aufbau einer Community mit regelmässigen Mitglieder-Treffen ein Wunsch ist, so dass sich die Mitglieder untereinander besser kennenlernen. 

Weiter sind die Einblicke hinter die Kulissen sowie in die verschiedenen Berufe bei der RhB von besonders grossem Interesse. Umgesetzt beispielsweise in Form von Fachvorträgen. Referenten könnten neben RhB Mitarbeitenden aber auch die Club-Mitglieder selber, Mitglieder aus anderen Bahnvereinen oder sonstige Bahnexperten sein.

Der Bereich «Indsiderwelt» könnte gemäss Auswertung am besten mit aktuellen Informationen zu laufenden RhB-Projekten ausgebaut werden. 

4 Ideen umsetzen

Auf der Fahrt nach Disentis und retour sind zahlreiche Ideen entstanden. Ideen, die eine Grundlage bieten und aufzeigen, auf welche Themen bei der Weiterentwicklung des Clubs fokussiert werden sollte.

Mit dem einmaligen Durchlauf der einzelnen Prozessschritte von Anfang (Problem verstehen) bis Ende (Idee umsetzen) steht in den meisten Fällen jedoch noch kein fertiges Produkt. Oft ist es notwendig, aufgrund im Prozess dazugewonnener Erkenntnisse, Prozessschritte zu wiederholen und einzelne Ideen weiter auszuarbeiten.

Der direkte Austausch mit den Club-Mitgliedern im Rahmen des Workshops war ein wertvoller und wichtiger Schritt für die Weiterentwicklung des Clubs. An dieser Stelle möchte ich mich nochmals herzlich bei allen Workshop-Teilnehmern für Ihr Engagement bedanken! Ich freue mich darauf, einige der gewonnenen Ideen weiter voranzutreiben und umzusetzen.

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