Hinter den Kulissen

Eye-Catcher Infrastrukturstützpunkt Landquart

Seit rund einem Jahr zieht es Blicke auf sich. Das moderne rote Gebäude mit RhB-Logo beim Bahnhof Landquart. Wer im Zug oder auf der Autobahn vorbei fährt, sieht es schon von Weitem. Doch was geschieht dort im Innern? Blickt mit mir hinter die Kulissen.

Christian Florin, Leiter Infrastruktur, 30. März 2021

Landquart steht für die Geburtsstunde der Rhätischen Bahn: Von hier aus wurde vor über 130 Jahren die erste Strecke nach Klosters gebaut. Rund um den Bahnhof entstanden seither Werkstätten, Dienstgebäude und Arbeitsplätze. Rund 600 RhB-Mitarbeitende haben heute ihren Arbeitsort in Landquart. Eine Entwicklung, die ihre Spuren hinterliess. Vor allem die verschiedenen Mitarbeitenden des Bereichs «Infrastruktur» waren auf dem ganzen Areal verteilt, was die Zusammenarbeit erschwert hat.

Zwei Fliegen mit einer Klatsche

Mit dem neuen Gebäude am Bahnhof – wir nennen es «Infrastrukturstützpunkt» oder kurz «ISP» – konnten wir zwei Herausforderungen meistern: Erstens, wir konnten einen zentralen Arbeitsort für alle Infrastruktur-Mitarbeitenden in Landquart schaffen. Zweitens, wir konnten mit der Verlegung gleichzeitig Platz für den Ausbau der Rollmaterial-Werkstätten schaffen, die wir für den Unterhalt der neuen Züge benötigen.

Location, location, location

Der Standort des ISP ist perfekt für dessen Nutzung ausgelegt. Er liegt einerseits sehr nahe beim Personenbahnhof, was für die Infrastrukturmitarbeitenden kurze Arbeitswege bedeutet. Andererseits verlaufen Gleise direkt in den ISP, er ist also an das Streckennetz angebunden, was schnelle Interventionen bei Störungen ermöglicht.

Ein Rundgang durch das Gebäude

Was befindet sich denn nun aber konkret in diesem grossen Gebäude?

  • Im 2. Untergeschoss sind alle Strassenfahrzeuge untergebracht und stehen so rasch für den Einsatz bereit.
  • Gleich darüber befinden sich die Mannschaftsräume mit den Garderoben und die Material-Kleinlager für den raschen Einsatz.
  • Im Erdgeschoss sind die Werkstätten und die Einstellhalle für die schienengebundenen Fahrzeuge für die Interventionseinsätze oder auch für Unterhaltsarbeiten an Gleisen, Fahrleitungen und weiteren Infrastrukturanlagen untergebracht.
  • Im Mittelgeschoss hat es Platz für die rund 70 Mitarbeitenden des Aussendienstes und weitere Werkstätten oder kleinere Materiallager.
  • Im obersten Stock finden sich 50 Arbeitsplätze und sieben multifunktionale Sitzungszimmer. Die letzteren Räume können ganz oder nur teilweise zusammengeschlossen werden, womit sich eine maximale Kapazität von über 200 Personen in einem Raum ergibt.  Bei der Aufteilung der Büros haben wir ein Augenmerk darauf gelegt, welche Teams oft miteinander zusammenarbeiten und wo man Arbeitswege verkürzen kann. Nach einem Jahr Betrieb zeigt sich, dass sich die Mitarbeitenden gut eingelebt haben, näher zusammengerückt sind und daher auch viele Arbeiten effizienter möglich sind als früher.
  • Auf dem Dach befinden sich grosse Photovoltaikanlagen und liefern die benötigte Energie.

Der Bau im Zeitraffer

Der ISP ist Teil des Gesamtprojektes «Bahnhof Landquart, Erneuerung und Umbau von 2018 bis 2028». In nur 22 Monaten von 2018 bis 2020 wurde der moderne Neubau mit 43’000 m3 Gebäudevolumen für 34 Millionen Franken geschaffen. Den Bau der Infrastrukturstützpunktes haben wir als Zeitraffervideo für dich zusammengestellt:

Was machen die Mitarbeitenden der «Infrastruktur»?

Die Arbeitsgruppen, die im Geschäftsbereich «Infrastruktur» angesiedelt sind, unterhalten und modernisieren die Bahnstrecken und Bahnhöfe. Sie pflegen Schienen, Weichen, Fahrleitungen, Sicherheitssysteme und sorgen dafür, dass die Strecken und Bahnhöfe zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter sicher genutzt werden können. So sind sie etwa dafür zuständig, dass vereiste Weichen wieder nutzbar gemacht werden oder eine von einem umgefallenen Baum durchtrennte Fahrleitung repariert wird. Nicht alle RhB-Mitarbeitenden aus dem Geschäftsbereich «Infrastruktur» haben ihren Arbeitsort in Landquart – weitere Infrastrukturstandorte sind zum Beispiel Bergün, Ilanz und Poschiavo.

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