Erlebnisse

Eine Wanderung auf dem Bahnerlebnisweg Albula

Ein Wanderbericht von Preda nach Filisur und zum Landwasserviadukt

Tara Meier, Praktikantin Marketing-Kommunikation, 03. Oktober 2019

Was gibt es besseres, als Wandern mit Wissensaneignung zu verknüpfen? Als Praktikantin Marketing-Kommunikation und Verantwortliche für den Souvenirshop der Rhätischen Bahn ist es mir ein persönliches Anliegen, über die eigenen Produkte und Dienstleistungen Bescheid zu wissen. Im Souvenirshop verkaufen wir ein Begleitbuch zum Bahnerlebnisweg Albula. Als leidenschaftliche Wanderin war ich sofort interessiert an einer neuen Route und für mich war klar: Ich möchte die Strecke selbst ablaufen.

So machte ich mich mit geselliger Begleitung auf den Weg. Das tolle am Bahnerlebnisweg ist, dass die Strecke individuell angepasst werden kann. Die Wanderung besteht aus drei Etappen. Die Sportlichen machen alle drei an einem Tag und die Geniesser können sich die Strecke gut aufteilen. Ebenfalls kann ausgewählt werden, ob lieber bergauf oder bergab gelaufen werden möchte. Bergauf startet man in Filisur und bergab in Preda. 

Der Erlebnisweg ist mit Informationstafeln versehen. Insgesamt gibt es 26 Tafeln, welche über das Leben im Albulatal und über die Rhätische Bahn informieren. Nicht nur für die Erwachsenen sind diese Tafeln spannend, denn es hat auch immer eine Zeichnung von den beiden «Luusbuebe» Türli und Flidari darauf, welche Geschichten für die Kleinen erzählen. 

Die Infotafeln auf dem Bahnerlebnisweg Albula sind in Deutsch und Englisch beschriftet.

Offizieller Start der ersten Etappe ist in Preda auf 1 789 Meter über Meer. Durch den Neubau des Albulatunnels befindet sich dort die «Infoarena», wo sich Jung und Alt spielerisch Wissen über den Neubau aneignen können. Der Weg führt gleich zu Beginn direkt neben der Bahnlinie das Tal hinunter. Durch Täler, Wälder und über Brücken geht die Wanderung Richtung Bergün. Speziell an diesem Streckenabschnitt sind die Kehrtunnels. An verschiedenen Stellen kann die RhB beobachtet werden – etwas Geduld oder gute Fahrplankenntnisse sind von Vorteil. 

«Trainspotting» auf dem Bahnerlebnisweg

Nach etwas mehr als zwei Stunden Wanderzeit erreicht man Bergün, den Endpunkt der ersten Etappe. Wer müde ist, gönnt sich eine Pause im Bahnmuseum oder dem Büfèt. Ebenfalls zu empfehlen ist eine Übernachtung im idyllischen Bergün.

Die zweite Etappe führt innerhalb von zirka drei Stunden weiter von Bergün nach Filisur. Mein persönliches Highlight auf diesem Streckenabschnitt war das alte Wirtshaus «Bellaluna». Das Haus thront schön mitten im Wald und hat mich sofort fasziniert. Bereits die Infotafel wies aber darauf hin, dass die Geschichte des Hauses nicht ganz geheuer ist. Die bis 1988 dort wohnhafte Wirtin Paula Roth wurde nämlich Opfer eines grausamen Raubmordes. Nach kurzen Recherchen wurde die Geschichte noch gespenstiger, denn Paula Roth wurde als Hexe verschrien, da sie «Heilmittel» mit Zutaten wie Blut und Urin mixte. Noch erstaunlicher ist, dass das Haus von verschiedenen Hochwassern, Bergstürzen, Bränden und Lawinen heimgesucht und doch immer wieder aufgebaut wurde. Ein mystischer Ort. 

Das «Bellaluna» in Filisur

In Filisur besteht wieder die Option, in den Zug zu steigen, sich zu verpflegen oder noch die dritte Etappe in Angriff zu nehmen. Diese führt in einem Marsch von etwa 1.5 Stunden zu den zwei Aussichtspunkten beim Landwasserviadukt, welches zu jeder Jahreszeit seinen Charme hat.

Der gesamte Weg ist gut mit Wegweisern beschildert und weiterführende Infos zur Route gibt es im Begleitbuch des Bahnerlebnisweg Albula, welcher uns auf unserer Reise super unterstützt hat. 

Eine wunderschöne Wanderung, mit tollen Ausblicken und viel neuem Wissen!

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